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Die Heimat ruft! Und ein Fazit!

Hallooooo

Hach, es ist sooooooo schoen zu hoeren, dass ihr euch so freut.......ihr glaubt gar nicht, wie viel leichter ihr mir das macht.......denn ganz so einfach war die Entscheidung nicht...Vielen Dank fuer die Mails und Eintraege!!!!! Ich hab mich wirklich riiiiesig darueber gefreut und kann an gar nichts anderes denken, als euch alle wiederzusehen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Also, es ist nun alles geklaert: Ich komme am Wochenende nach Hause. (ich kanns noch gar nicht glauben....) Ich bin eben gerade in Melbourne angekommen. Der Flug von Surfers nach Melbourne war nur 110 Dollar (60 Euro)- hingegen mein Flug von Frankfurt nach Hamburg 330 Euro betraegt!!!!!!! Beide nur Tage vorher gebucht. Man man man..

Also bin ich jetzt von Surfers nach Melbourne geflogen. Dann gehts demnaechst von Melbourne nach Singapore, von Singapore nach London, von London nach Frankfurt und von Frankfurt dann eeeendlich nach Hamburg!!!!!! Verdammte Axt!

Dennoch.. ich habe schon erwaehnt, dass die Entscheidung nicht einfach war. Mir ist selten in meinem Leben etwas so schwer gefallen, aber aus gewissen Gruenden hielt ich es fuer schlauer eher nach Hause zu kehren. Nach wie vor liebe ich Australien, es ist wirklich ein bemerkenswertes Land! So vielfaeltig und einzigartig, wenn ihr versteht, was ich meine. Wo gibt es schon dichte und gruene Regenwaelder und weite Wuesten in einem Land. Es ist bleibt ein Land der Extremen. Ueberall - und irgendwann lacht man schon darueber - gibt es irgendetwas total giftiges und lebensgefaehrliches, was man blosz nicht zu nahe kommen und schon gar nicht anfassen soll!!!! Tellergrosze Spinnen, 5 meter groeze Krokodile, Buschfeuer, die toedlichen und fast unsichtbaren Jellyfishqallen, giftige Pflanzen, die man noch nicht mal streifen sollte, ohne boesen Ausschlag zu bekommen - all das ist hier Normalitaet. Da kraeht kein Hahn nach! Vielleicht liegt es auch daran, da das alles gar nicht so wild ist, wie wir immer denken. All das sind Gefahren, denen man sich bewusst sein und nicht unterschaetzen sollte - dann kann man auch damit leben. Und das sehr gut. Alles ist eine Gewohnheitssache! Fuer Australier ist es es nach wie vor total unglaublich und unfassbar, dass es in Deutschland keine gefaehrlichen Tiere gibt und es schneit. So kanns sein.

Es war eine sehr gute Entscheidung nach Australien zukommen und gehoert zu dem Besten, was ich je in meinem Leben gemacht habe, definitiv!!!!! Ich habe unglaublich Vieles und Wichtiges gelernt und erlebt. Ich habe alles mitgemacht, was man mitmachen konnte und hab sovieles ausprobiert, wie es nur ging. Ich hab tolle Menschen kennengelernt, neue Freundschaften geknuepft und festgestellt - egal, woher man kommt, wir haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Eine andere Nationalitaet ist ueberhaupt und gar nicht ein Problem at all, es sei denn, man macht eins daraus. Gerade Europaer sind sich aehlicher, als sie es manchmal denken.

Ich hab einen tollen Mann kennengelernt, fuer das ich sehr dankbar bin. Ich danke Gott, dass ich damals von Bundaburg nach Surfers Paradise zurueckgekommen bin. Ich habe es nie bereut, eine Beziehung im Urlaub anzufangen, wobei ich jedem anderem dringend davon abraten wuerde!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!;-)

Ich hab viel Gutes erlebt, habe aber genauso vor vielen vielen Schwierigkeiten gestanden, die ich vorher aus meinem "wohl geregeltem Schulleben und Mama kocht" nicht kannte. Es war, um ehrlich zu sein, manchmas sogar sehr sehr schwer. Backpacker zu sein ist, auch wenn es jetzt lachhaft klingt, kein Zuckerschlecken. Von den Illusionen, die ich vorher hatte, hat sich vieles nicht erfuellt. Vieles liegt bestimmt auch an der momentanen wirtschftlichen Lage in Australien. Durch die Weltwirtschaftskrise ist die Arbeitslosenquote dramatisch angestiegen! Viele viele Australier haben ihren Job verloren - dadurch haben es Backpacker natuerlich umso schwerer einen Job zu bekommen. Um ehrlich zu sein, momentan ist es an manchen Orten sogar ummoeglich einen Job zu bekommen und auch sonst unglaublich schwer. Daher wuerde ich jedem, der wenig Geld hat und mit einem Working Holiday Visa nach Australien will, davon abraten. Besser ist es da, in Deutschland zu arbeiten und nur als Urlauber herzukommen - wirklich, ein armer Backpacker ohne Job, da macht es mehr als nur wenig Freude. Ich habe bis jetzt meistens Schoenes und Positives von meiner Australienreise erzaehlt und im Groszen und Ganzem und auch besonders in meinen Erinnerungen wird es das auch immer bleiben - dennoch will ich nun auch von dem schlechten Erfahrungen erzaehlen. Wie ich schon sagte, Backpacker zu sein ist hart. Es gibt viele Organisatioen, die einen wirklich toll helfen, aber man wird auch viel, viel ausgenutzt. Das Backpackergeschaeft boomt und viele Leute versuchen ihren Profit daraus zu schlagen. Man muss da wirklich aufpassen, nicht immer ueber den Tisch gezogen zu werden - doch und genau das ist das Problem: Meistens hat man als Backpacker gar keine andere Wahl. Nur ein kleines Beispiel:

Vielleicht erinnert ihr euch noch an meinen Fruitpicking Job in Bowen im November. Dort habe ich Tomaten gepickt und wurde nicht stuendlich, sondern durch Contract Rate bezahlt: Das heiszt, ich wurde nach Eimer bezahlt, den ich gefuellt hatte. So, das klingt vielleicht erstmal gar nicht so schlecht, schlieszlich liegt die Bezahlung ja ein wenig in meiner Hand. Das Problem war aber, dass die Tomatensaison so ziemlich am Ende war und kaum noch Tomaten da waren. Die erste Woche habe ich noch ok verdient, dann aber - und das ist kein Scherz und keine Uebertreibung, sondern genau so wie es war - habe ich, obwohl ich nach wie vor von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr Abends mit einer halben Stunde Mittagspause auf dem heissem Feld stand, am Ende nur noch 20 Dollar, das sin 10 Euro, am Tag verdient!!!!!! Fuer 11 Stunden Arbeit - was kann ich denn dafuer, das da kaum noch Tomaten dran sind???Als ich dann freundlich nachgefragt habe, warum man denn nicht das Geld fuer einen Eimer erhoehen koennte, denn so ist das - und das habe ich natuerlich nicht so gesagt - einfach Ausbeutung unserer Arbeitskraft, wurde mir im barschem Ton gesagt, dass ich ja schlieszlich gehen koennte, denn es gibt genug Koreaner, die ohne zu Noergerln gerne diesen Job machen wuerden. Ja, und genau das ist das Problem: Ich konnte eben nicht einfach gehen. Viele Backpacker koennen eben nicht einfach den scheiss Job aufgeben, den sie hier kriegen, und als Backpacker, das sei hier klar gesagt, kriegt man, wenn man kein Glueckspilz ist, meistens Scheissjobs! Ob voellig unterbezahlt, oder zu wenig Arbeitsstunden, die man kriegt, schlechte Arbeitbedingungen usw. Da sollte man sich keinen Illusioen hingeben. Einen wirklich gut bezahlten Kellnerjob zum Beispiel, was sich viele wuenschen, kriegen die wenigsten. Die typischen Backpackerjobs sind Housekeeping (total unterbezahlt!!!), Farmarbeit und ja Kellnerjobs, aber das entweder unterbezahlt oder zu wenig Stunden. So und zurueck zum Beispiel: Ich konnte eben nicht einfach weg. Ich hatte - und ist das grosze Backpackerproblem im Allgemeinen - nicht viel Geld. Die naechste groezte Stadt mit wahrscheinlichen Jobs waere Cairns gewesen, was einigermaszen weit weg war (8 Stunden), demensprechend haette der Transport was gekosten, dann muesste ich ein Hostel in Cairns einrechnen, fuer einige Naechte woholgemerkt, da man ja nicht weizs, wann man den naechsten Job kriegt, wenn man ueberhaupt einen krieg - das ist ja das groesze Risiko, also kann ich eben nicht einfach gehen!!!!!!

So, das war nur ein Beispiel von vielen, was ich hier waehrend meiner 10 Monate erlebt habe. Ich habe davon nicht immer erzaehlt, weil fuer mich am Ende einfach das Positive ueberwiegt, aber dennoch musste auch dies mal erwaehnt werden. Es musste mal raus, um ehrlich zu sein. Insgesamt muss man also sehr aufpassen und auch ruhig mal Arschkarte zeigen: Nein mit mir nicht! Obs bei Jobs so ist, bei Hosteln oder bei Touren - ueberall habe ich echt die dicksten Dinger erlebt - mit der Zeit, weisz man auch damit umzugehen. Aber auch diese vielen weniger erfreulichen Erlebnisse waren unheimlich wichtig. Sie haben mich unglaublich stark gemacht und ich dachte schon vorher, dass ich ein einigermaszen selbstbewusster Mensch bin. Ich hab vieles gelernt und, auch wie albern das jetzt klingt, ich bin reifer und weiser geworden. Ich hab viele Facetten des Lebens kennengelernt und selbst durchgemacht. Ob bis auf den letzten Cent ausgeraubt zu werden, ohne eine Unterkuft in einer Groszstadt zu stehen oder durch eine Flut in einer Stadt mit weniger werdenen Lebensmitteln zu sein. Ich habe mich veraendert, das glaube ich schon. Bin aber dennoch genauso albern und verreuckt und manchmal auch unglaublich doof (echt erschreckend)!! Ich fuehl mich richtig gut, um ehrlich zu sein. Ich fuehl mich, wie wirklich was geschafft zu haben und bin ein wenig stolz, nicht eher aufgegeben zu haben. Wie oft und das habe ich hier nie erwaehnt, war ich schon so kurz davor wieder nach Hause zu fliegen, was nur meine Eltern wissen. Wie gesagt, Backpacker zu sein, ist oft sehr schwierig, aber - und den Optimismus habe ich hier gelernt, es gibt immer einen Weg. Als Deutscher sieht man viel zu schnell schwarz! Ich hab das Gefuehl, ich bin nun wirklich gut vorbereitet auf das Leben nach der Schule, was auch schon wieder ein wenig komisch klingt. Aber so ist es. Wirklich schocken koennen mich glaube ich nur noch Todde und Buschi.

Also, ihr seht ich bin vollends zufrieden mit meiner Australienreise sowie mit den guten als auch schlechten Seiten. Dennoch und das moechte ich auch sagen, ich wuerde glaube ich nie wieder als Backpacker reisen. Es ist gut das gemacht zu haben und nach wie vor und eigentlich viel mehr reise ich unglaublich gerne, eine total spannende Sache, aber nicht mehr als Backpacker. Ich wuerde gerne wieder irgendwann mal unter welchen Umstaenden auch immer in einem anderem Land leben und arbeiten, dann aber mit einem festem Job, das man sich eine eigene Wohnung oder was auch immer leisten kann, kein Hostel. Ich rede hier nicht ueber Luxus oder so, darum geht es nicht. Ich habe wirklich fuer mich festgestellt, das Studieren  fuer mich jetzt genau das Richtige ist. Ich arbeite viel lieber mit meinem Kopf, ich mag es ueber Dinge nachzudenken, abzuwaegen, tiefer zu gehen, eigenstaendige Loesungen zu finden, Verantwortung zu uebernehmen. Ich habe in diesem Jahr viele Jobs mitgemacht, sei es im Hostel (putzen, Entertainment, Driverjobs), Housekeeping, kellern, hinter der Bar stehen, in der Kueche helfen, Farmarbeit, Flieszbandarbeit - all das war ok gemacht zu haben und es sind alles wichtige Jobs, die ich hier nicht entwerten moechte - dennoch ist das alles nichts fuer mich. Ich glaube, das Studieren im Moment genau das Richtige ist und Journalismus fuer mich nach wie vor mein groeszter Wunsch waere.

Haette ich nun zum Beispiel einen Auslandskorrespondenz Job, wuerde ich das super gerne machen, ohne zu zoegern. Ich liebe reisen, ich finde es unheimlich spannend neue und vor all Dingen Menschen unterschiedlicher Laender und Kulturen kennenzuleren und ueberhaupt in einem fremden Land zu leben. Aber nicht mehr als Backpacker. Nie Privatsphaere zu haben, nur von Nudeln und Reis zu leben und die meiste Zeit schlechte Jobs zu haben. Denn so ist es und das muss man hier ganz klar sagen. Daher, jeder der gerne so etwas machen wuerde, sollte es sich sehr sehr gut ueberlegen, denn es kommt vieles anders, als man sich das dachte. Ueberlege es dir wirklich gut und bringe auf jeden Fall etwas Geld mit.  Es wird in jedem Fall ein tolles Jahr, aber mit vielen Schwierigkeiten.

 

So, ich hoffe ihr kriegt jetzt keinen Schreck - ich habe hier wirklich mal Kritik geaeuszert, aber wie gesagt, die meisten meiner Eintraege sind positiv und so ist es auch. Australien ist geil!

Die bizarrste Situation muss ich auch noch eben erzaehlen, bevor ich Schluss mache. Vor einigen Monaten war ich mit Anthony abends in Surfers aus, um uns eine Band anzugucken. An unseren Tisch setzte sich dann ein aelteres Ehepaar und irgendwie kamen wir ins Gespraech. Als der Mann mich fragte, woher ich denn komme und ich aus Deutschland antwortete, war seine zweite Frage doch gleich danach: " Oh what do you think of Adolf Hitler?"

Ich wusste nicht, ob ich loslachen sollte oder das doch wirklich ernst gemeint war. Ich war wirklich drauf und dran zu sagen: guter Mann, guter Mann - aber der haette mir das wahrscheinlich noch geglaubt.

 

Also, eine kleine Anekdote!

Ich hoffe, ihr freut euch so sehr wie ich mich freue

Bis ganz bald!!!!!!!!!!!!

Eure Vicky

28.4.09 17:51
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


R&R (28.4.09 22:05)
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