Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

http://myblog.de/vickyinaustralien

Gratis bloggen bei
myblog.de





Waldbraende im Sueden - Ueberflutungen im Norden!

Nach langer Zeit gibt es wieder ein Hallo!

 So, nun gibt es auch wieder etwas von mir zu hoeren - ich hoffe ihr seid  nicht veraergert und immer noch gespannt Neues zu erfahren, denn ich hab auch viiiel zu erzaehlen!!!

Also die Zeit in dem Country Pub war wirklich eine wichtige Erfahrung und gehoert zu meinen australischsten Erlebnissen, wenn es so ein Wort gibt. Man kann wirklich sagen, es war mitten in der Walachei, in the middle of nowhere oder auch am Arsch der Welt. Ich musste zunaechst mit dem Bus 4 bis 5 Stunden noch weiter noerdlich fahren, mitten durch tropische Waelder hindurch, vereinzelte kleine Siedlungen, wilde Fluesse und Wasserfaelle, herrenlose Kuehe standen auf den Straszen und irgendwo eine halbe Stunde vor Cooktown ging eine Sandstrasze ab und fuehrte uns noch weiter in die Wahlachei ab zum Lions Den, dem besagtem Country Pub. Ich hab mich noch nie so fern von der Zivilisation gefuehlt!!! Ich hatte keinen Empfang auf dem Handy (nicht mal in Cooktwon hatte ich Empfang!!!) und Internet war nur fuer dem Besitzer des Pubs verfuegbar. Naja, dennoch war es irgendwie spannend und etwas voellig Neues. Der Pub ist ungefaehr 100 Jahre alt und ein wichtiger Treffpunkt fuer alle "Locals", derren naechster Nachbar teilweise kilometer weit entfernt wohnt! Teilweise heruntergekommen, aber es schien auch irgendwie zur Atmosphaere des Pubs zugehoren. Die Waende waren alle beinahe lueckenlos vollgeschrieben mit Leuten, die sich hier verewigt haben (Ich habe natuerlich auch meinen Namen hinterlassen!) und ueberall hingen komische Dinge wie Schlangenhaeuter, alte rostige Handschellen, alte schwarzweisz Fotos und ueberhaupt viel nutzloses Zeug. Ich hoffe ihr habt einen guten Eindruck bekommen - so ungefaehr muesst ihr euch den Lions Den vorstellen. Der Pub hatte eine riieesige Anlage, da es ja auch ein Hotel war, sodass es sogar so einen, also ich weisz gar nicht wie so ein Ding eigentlich heiszt, aber ihr kennt doch sicherlich diese kleinen Wagen, die Golfer benutzten, um rumzuduesen, ja?? Jedenfalls so ein Ding hatte das Lions Den, um zu den groszen Zelten zu fahren, die ueberall auf der Anlage, die um es noch mal zu betonen, echt riesig war, verteilt waren. Ja, geschlafen wurde in Zelten. Vorsichtig musste man jedoch bei dem wildem Fluss sein und mindestens 30 meter Abstand halten, da es dort Krokodile gab. Das klingt ziemlich krass fuer uns, ist aber hier, gerade hier oben in Queensland, total normal, da kraeht kein Hahn mehr nach. Ich hab auch mindestens drei mal eklige Spinnen gesehen, aber auch Tolles wie Papageie, die hier einfach frei rumfliegen. Gegenueber des Pubs lebt Jim, der ist ein Snakecatcher, also Schlangenfaenger. Wenn irgendjemand eine Schlange in seinem Haushalt findet, ruft er Jim an und der kommt, um sie einzufangen. So hat er einige, vor all Dingen ziemlich giftige Schlangen bei sich zu Hause, die wir uns angucken durften! Ihr seht also, warum das somit meine australischste Erfahrung war. Ich hatte wirklich das Gefuehl, das pure Australien zu erleben!

Dennoch gab es bald Probleme. Wie ihr bestimmt aus den Nachrichten erfahren habt, gibt es unten in Victoria, so heiszt der Staat ganz unten, schwere Buschbraende, bei dem viele Menschen gestorben sind und unglaublich viele Menschen ihr Haus und Gut verloren haben. Das alles ist ein schwerer Schock fuer Australier, es ist einer der schwersten Braende der Geschichte. Die Nachrichten sind hier voll davon, ueberall wird um Spenden gebeten und, da Australier wirklich bemerkenswert  solidar und hilfsbereit sind, kommt auch Einiges in Bewegung.
Was dadurch ein bisschen in den Weltnachrichten untergeht, ist, dass es hier oben in Queensland schwere Ueberflutungen gibt. Also genau das andere Extrem. Dadurch dass gerade Regenzeit herrscht, gibt es viele Zyklone und vor all Dingen schwere Zyklone. Das heiszt, es kann tagelang wie aus Eimern oder besser wie aus Tonnen von frueh bis spaet regnen. Wenn wir in Deutschland manchmal denken, fuenuenuenueh och mensch es regnet so viel, hat noch keine Regenzeit miterlebt! Die Folge ist, dass die Fluesse ueber die Ufer steigen und nun viele Siedlungen bis zu den Daechern und, das ist das besondere Uebel, die Straszen unter Wasser stehen. Warum gerade das so ein schweres Uebel ist? Australien ist riesig und die einzige und wichtige Verbindung zwischen vereinzelten Siedlungen ist die Strasze. Wenn nun also die Strasze praktisch nicht existiert, gibt es keine Versorgung mehr. Im Lions Den wurden die Lebensmittel knapp und vor all Dingen die Kunden, sodass wir nicht mehr gebraucht wurden. Mit ganz viel Glueck kamen wir noch nach Cairns. Aber auch Cairns war abgeschnitten. Das unheimlichste Gefuehl war fuer mich dabei in einen leeren Supermarkt zu kommen. Und wir sprechen hier von Cairns, die Supermaerkte sind hier echt riesig und ploetzlich sah ich ueberall leere Regale. Das was noch da war, war ueberteuert, teilweise zum doppelten oder dreifachen Preis. Und das in einem modernem Land wie Australien?????????? Ich konnte es einfach nicht glauben. Ich bin doch nicht in Afrika! Also, ich muss aber auch sagen, das alles war unheimlich und einfach voellig neu fuer mich - ich meine sowas hab ich in Deutschland einfach noch nie erlebt. Supermaerkte sind seid ueber 60 Jahren nie leer oder man hat immer eine Wahl, was man kaufen will und ist nicht auf ueberteuerte Lebensmittel angewiesen - ABER ich hatte keine Angst. Ich hoffe, dass klingt alles auch nicht zu dramatisch fuer euch. Wie auch schon gesagt, Australien ist trotz seiner Extremen ein sehr modernes Land - hier verhungert keiner!!! Schon 2 bis 3 Tage spaeter wurden Schiffe geschickt und die Lebensmittellage hat sich wieder entspannt. Wobei eins muss ich doch sagen - als McDonals sogar keine Pommes mehr hatte, da hatte ich ernsthafte Sorgen!!!!!!!!!!!!!!!!!! Nein, nein, nein, alles war letztendlich halb so wild. Dennoch konnte immer noch keiner aus Cairns raus und keiner konnte rein, es sei denn man fliegt. Dennoch haben die Uberflutungen weitere Probleme mit sich gebracht. Viele Felder waren zerstoert, ein schwerer Schlag fuer die Ernte dieses Jahr und auch ein schwerer Schlag fuer viele Backpacker, die alle ihren Farmjob verloren haben. Ein weiteres Problem waren die Krokodile, da, als die Fluesse ueber die Ufer stiegen, natuerlich auch die Krokodile neues Territorium ausfindig machen konnten. Eine ernste Gefahr und so wurden zum Schutz viele Barrieren gebaut.

So, dies war der Stand vor zwei Wochen.... mittlerweile sind die Ueberfluntungen wieder vorbei, obwohl es wieder Warnungen ueber den neuen Zyklon gibt. Fuer die Menschen, die hier leben, ist das alles jedoch normal und weniger spektakulaer als fuer die Backpacker. Ich sehe das alles als wichtige Erfahrung, die andere ihr ganzes Leben nicht machen, was auch sein Gutes hat. Auch die Lage in Victoria mit den Buschbraenden hat sich entschaerft, wobei immer noch Feuer wueten.

All das macht mir wieder bewusst, wir haben in Deutschland wirklich ein sicheres Leben. Ich meine, auch wir leiden unter Naturkatastrophen, aber Australien, auch wenn es sicherlich ein modernes Land ist, kaempft es immer wieder mit Extremen. Seien es die jaehrlichen Buschbraende, die unzaehligen giftigen Tiere und Pflanzen usw. Eigentlich witzig ist, wenn ich einem Australier erklaere, dass wir in Deutschland eigentlich keine ernsten gefaehrlichen Tiere haben, ist die Reaktion immer : "Reeaally?? What??? No way!!!! No it all?? Seriously????? Shit!!!" Also so ungefaehr und genau so reagieren wir, wenn wir hoeren, dass es Krokodile hinter dem Garten im Fluss gibt. Es ist alles eine Gewohnheitssache.

 

9.3.09 08:15
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung